So kam es am 04. Dezember 1890 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg im Lokal "Waldmeister".
 
An diesem Tag fanden sich 41 Männer ein, die bereit waren, sich selbstlos und unter Nichtachtung entgegenstehender Gefahren für den Schutz des Lebens und Eigentums der Bürger einzusetzen.
 
Nach Gründung der Kompagnie ging man an ihre Ausrüstung. Helme und Blusen wurden gespendet, der Hausbesitzerverein schenkte ein Nebelhorn und die Frauen brachten ein Banner.
 
Die alte Feuerspritze des nun der Vergangenheit angehörenden Feuerlöschverbandes wurde von der Freiwilligen Feuerwehr übernommen und auch im Pferdezug als "Überlandspritze" eingesetzt.
 
Abprotzspritze 1891   
Schon im zweiten Jahr ihres Bestehens konnte die Ausrüstung durch eine "Abprotzspritze", die als Handzugspritze auch beim "Exerzieren" Verwendung fand, verbessert werden. Das erforderliche Geld wurde durch Anleihen beschafft.
 
Gestiftet und Angefertigt von den Frauen in Böhlitz-Ehrenberg anlässlich der Gründung der Frewilligen Feuerwehr am 04. Dezember 1890 wurde dieses Banner zum 2. Stiftungsfest 1892 überreicht und geweiht.
 
 
Kapelle1902FFW  Im Jahre 1901 wurde vom Schlossermeister Otto Angermann die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr (mit 10 Kameraden) gegründet, welche sich sehr schnell allgemeiner Beliebtheit erfreute und bei Veranstaltungen im Ort und darüber hinaus sehr gefragt war. 
 
1905 wurde ein Grundgesetz der Freiwilligen Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg erlassen und angenommen.
 
Das Dorf Barneck wird im Jahr 1908 von Böhlitz-Ehrenberg eingemeindet. Des Weiteren bildete sich im Jahr 1908 eine "Freiwillige Schutzmannschaft" welche bei Bränden im Ort in Tätigkeit trat und durch Abzeichen kenntlich gemacht wurde. Über ihre Tätigkeit bzw. Auflösung ist jedoch nichts bekannt geworden. (Satzung Schutzmannschaft)
 
Der Bau eines Gemeindearmenhauses auf dem Flurstück 284, in der Bielastraße 22 wurde ebenfalls im Jahr 1908 genehmigt. Bei der Ingebrauchnahme im Jahr 1910 sind darin 5 Wohnungen und das Feuerwehrdepot untergebracht. Dies war bis 2008 die Heimatstätte unserer Feuerwehr.
 
Am 15.08.1911 erhielt die Wehr ein Dankschreiben vom Rittergut Gundorf für die tatkräftige Unterstützung anlässlich des am Sonntagnachmittag hier stattgefundenen Feuers" und am 26.08.1911 aus gleichen Anlass ein Anerkennungsschreiben der Königlichen Amtshauptmannschaft Leipzig: "Durch das schnelle Eingreifen und die ausdauernde 2stündige Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg gemeinsam mit den freiwilligen Feuerwehren in Burghausen, Leutzsch und der Fabrikfeuerwehr der Fa. Franz Schlobach in Böhlitz-Ehrenberg ist es möglich gewesen, bei dem Brand der dem Rittergutsbesitzer Dr. Ackermann auf Gundorf gehörigen Getreidefeim am 13. August dieses Jahres die in unmittelbarer Nähe befindliche, mit Erntevorräten gefüllte Feldscheune zu retten. Die Königliche Amtshauptmannschaft nimmt gern Veranlassung, den Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg für die mit Umsicht und Ausdauer geleistete wirksame Hilfe ihre Anerkennung auszusprechen.
 
                                                                                                            Die Königliche Amtshauptmannschaft                                                                                                                           J. V. - Regierungsrat"
 
An einem Wochentage im Jahr 1912 besuchte der König von Sachsen die Firma Ludwig Hupfeld und die Kameraden der Wehr waren zum Spalier angetreten.
 
Wasserturm 1912 Eines der wichtigsten Bauvorhaben zur Versorgung der Bevölkerung und einer bedeutenden Verbesserung der Brandbekämpfung wurde 1912 fertiggestellt. Mit dem Bau des Wasserturmes wurde auch das Rohrnetz und die Hydranten im Ort in Betrieb genommen. Damit war in allen Teilen der Gemeinde eine ausreichende Löschwasserversorgung sichergestellt.
 
Schulhaus1913
Als 1913 der Westflügel der Schule angebaut wurde erfolgte auch der Bau eines Steigerturmes für die Freiwillige Feuerwehr, nachdem die alte Steigerwand vom Sturm umgelegt worden war, an der Südseite des Neubaus.
 
Dieser Turm brachte eine wesentliche Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten für den Steigerzug mit sich sowie für die Pflege der Feuerwehrschläuche, welche hier zum trocknen aufgehangen werden konnten.
 
Zum Seitenanfang